MARAMA
Marama war eine Angehörige der Aboriginal Australians, die noch niemals einem Weißhäutigen begegnet war, so tief war sie im Outback weggeschlossen. Und ihr Name bedeutet Mondk – und sie war total nackig, wie das das bei ihrem abgeschiedenen Stamm üblich war. Da gab es keine falsche Scham, wie das das bei ihrem abgeschiedenen Stamm üblich war. Da gab es keine falsche Scham.
Sie abgehärtet wie wie jeder Mann in ihrem Clan – da gab keinerlei Unterschiede. Sie hatte gleichermaßen beizutragen zum Schutz gegen fallweise auftretende Bedrohungen der Sippe sowie zur Ernährung ihres Volkes – all das spielte sich gemeinsam ab.
Die typische Ernährung bestand aus einer Vielfalt von Nahrungsmitteln, zum Beispiel Känguru, Emu und dessen Eier, Wombat, Goanna, Schlangen, Vögeln, auch viele Insekten wie Honigameisen oder Witchetty-Maden. Daneben wurden auch noch viele Varianten pflanzlicher Nahrung wie Nüsse, Obst und Beeren genutzt – ein reichhaltiges Angebot.
Das primäre Werkzeug, das zur Jagd benutzt wurde, war der Speer, der mittels eines Woomera oder per Hand geworfen wurde. Bumerangs wurden sowohl im Norden als auch in den südlichen Wüsten benutzt, wobei die nichtzurückkehrende Variante effektiver und weiter verbreitet war als die zurückkehrende. Mit ihr konnten zum Beispiel Kängurus getötet werden. Feuer war auch bekannt – es wurde mit dem typischen Feuerstein erzeugt.
Schrift kennen die Aboriginal Australians nicht. Sie geben ihr Wissen und ihre Gesetze durch Tanz und Musik weiter, durch Zeichnungen oder durch erzählte Geschichten. So lernt man aufgrund der Höhlen- und Felszeichnungen viel über das Leben der Ureinwohner kennen. Kennzeichen dieser Zeichnungen ist die durchsichtige Darstellung von Personen und Tieren, sie sehen aus wie Skelette. Das erinnert an eine Röntgenaufnahme. Oft findest du auch grafische Muster und die wichtigsten Farben sind Schwarz, Weiß, Gelb und Rot, Farben die in der Natur vorkommen.
Insbesondere die Geschichten der Traumzeit wurden auf diese Art weitergegeben. Wichtiges und einziges Blasinstrument ist das Didgeridoo. Dieses wird aus einem Eukalyptusbaum hergestellt, den Termiten ausgehöhlt haben. Die Töne klingen hohl und lang – das Instrument ist einzigartig auf der ganzen Welt.
Soviel zu den allgemeinen Bedingungen dieser Kultur – nun zum persönlichen Schicksal von Marama. Sie ging gern allein über weite Strecken – in Anlehnung an die traditionelle Traumpfad-Philosophie. Diese ergibt eine unsichtbare, mythische Landkarte Australiens, die per Gesang von Generation zu Generation weitergetragen wird und die Grundlage der Wanderungen der australischen Urbevölkerung sind. Sie fühlte regelmäßig an ihr eigenes Einführungsritual für dreizehnjährige Aborigines erinnert, die erstmals den Weg ihres selbstständigen Traumpfades zu gehen haben.
Marama war im Gedanken weit über die Grenzen ihres Gebietes Arrente, das zentral lag, hinausgelaufen in Richtung Westen. Und dann stand er unvermittelt vor ihr: ein Angehöriger eines fremden Stammes. Er war größer als die Arrernte, die eher kleinwüchsig waren. Er kam ihr im Moment größer vor, als war, wegen seines beträchtlichen Penis, den er aus Verzweiflung über sein Schicksal bearbeitete.
Sie hatte plötzlich Lust auf ihn, obwohl die Beiden sich nicht ein bisschen verständigen konnten – aber da bedurfte es keinerlei Worte. Anschließend an dem Coitus versuchte er ihr seinen Namen zu nennen, und sie sprach ihn nach: Tau (Zwielicht). Aber er scheiterte bei dem Versuch, ihr seine ethnische Zugehörigkeit nahezubringen – weit, sehr weit in westlicher Wegstrecke. Wie es ihn daher verschlagen hatte, blieb ein Rätsel – man glaubte an die Teleportation, woran für die Aborigines kein Zweifel bestand.
Marama nahm ihn mit nach Hause, wobei heimwärts bei Nomaden ein dehnbarer Begriff ist – sie mussten eine ganze Weile suchen, bis sie den Anschluss an ihren Clan wiedergefunden hatten. – „Wen bringst Du da mit von Deinen Traumpfaden?“ – „Er kann nicht kommunizieren, da er unsere Sprache nicht versteht!“
Nach einem ausgiebigen Frühstück aus Maden, die die Gruppe gefunden hatte, Vögeln sowie Honigameisen – da stellte sich heraus, dass Tau diese Nahrungsmittel bekannt waren, wenn auch mit anderen Bezeichnungen. Ein erster Anknüpfungspunkt war gegeben – unterbrochen durch Sex. Darin war er absoluter Meister. Darin war er absoluter Meister. Und das ging – wie gesagt – auch ohne Worte. Er war völlig nackt wie sie, und darum konnte man seine Begeisterung sehen – und das war sehr oft der Fall. Marama ließ sich von seinem Enthusiasmus mitreißen. Tau und Marama schliefen sehr oft miteinander – dabei entlockte sie ihm langsam und in Brocken seine Herkunft: „Mein Stamm – Kalaamaya weit von hier!“, radebrechte er.
(under construction)