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DIE NICHTE

Bruno hatte schon immer eine Schwäche für seine angeheiratete Nichte Maila gehabt. Schon als Baby trug er sie stundenlang auf dem Arm, bis sie einschlief. Und die Eltern, Pauline und Rouven, waren froh, in ihm ein Opfer gefunden zu haben, während sie ihren Geschäften nachgingen. Das hieß nicht, dass sie das Mädchen nicht liebten, aber sie waren ganz froh über die zwischenzeitliche Pause.

Als die Tochter fünf Jahre alt war und im Hallenbad schwimmen lernte, zeigte sich, dass Pauline und Rouven unbewusst den richtigen Namen gewählt hatten: Maila bedeutete nämlich das Kind, das das Wasser liebt. Maila war nicht aus dem nassen Element herauszukommen – sie versuchte zu tauchen, unbeholfen zunächst, aber mit zunehmender Routine wurde sie sicherer. Sie war schon blau gefroren, aber sie gab nicht auf, bis sie eine Minute unter Wasser geschafft hatte – eine ordentliche Leistung für eine so kleine Person.

Bruno, ein gestandener Junggeselle, selbst ein begeisterter Schwimmer und vor allem Taucher, gewährte ihr bereitwillig Unterricht – nicht ganz uneigennützig, da er sie zu seiner Tauch-Partnerin entwickeln wollte. Aber das hatte Zeit – hier war keine Eile angezeigt. Er hatte den Vorteil, dass er von einem ererbten Vermögen gut leben konnte – da fiel schon einmal ein Geschenk für Maila ab. Als die Präsente schließlich größer ausfielen, wurden die Eltern hellhörig.

„Was wollt Ihr – ich gebe gerne etwas von meinem Reichtum ab, wenn Maila nur daran Freude hat! Und für Euch fällt ja auch Einiges ab!“ – Knausigkeit war nicht etwas, was man Bruno vorwerfen konnte. Und damit war das Thema vom Tisch.

Bei den regelmäßig geworden Besuchen in der Badeanstalt trainierten sie Beide weiter. Bruno nahm mit Wohlgefallen wahr, wie sich Mailas Figur langsam entfaltete. Sie versprach nach menschlichen Ermessen schön zu werden. Und schwamm mittlerweile wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser und tauchte unterdessen vier Minuten und dreißig Sekunden in fünf Meter Tiefe, dem niedrigsten Punkt der gesamten Anlage.

Bruno verriet ihr seines Erfolgs (sechzehn Minuten in zwanzig Meter Tiefe). – „Du musst in ausgeatmeten Zustand tauchen – sonst ist der Widerstand des Auftriebs viel zu stark!“ – „Wie schaffe ich das?“, sagte Maila. – „Übung!“, versetzte er. – Er hatte gut reden, mit seinem durchtrainierten Körper, auf dem kein Quäntchen Fett zu finden war.

Sie übte und übte bis zum Umfallen. Dass dabei ihre schulische Fortentwicklung nicht zu kurz kam, darüber wachten schon ihre Eltern mit Akribie. Sie drohten gewohnheitsmäßig mit dem Entzug der Erlaubnis zum Tauchen. Das wirkte insofern, als sie die Beste ihres jeweiligen Jahrgangs wurde.

Maila war inzwischen Fünfzehn und die Beiden gingen nach wie vor wöchentlich in‘s Bad oder, wenn das Wetter zuließ, auch zum Wildbaden. Bruno erkannte, dass Maila zur frühreifen Frau aufgeblüht war, was bei ihm durchaus nicht-onkelhafte Gefühle auslöste. Er verbot sich derartige Gedanken – sie kamen allerdings immer wieder. Schließlich beschloss er, die Gelegenheit beim Schopf zu packen.

Er lud Maila zu ihrem siebzehnten Geburtstag ein, mit ihm an‘s Meer fahren. Pauline und Rouven hatten nichts dagegen, dank der Abfuhr, die sie sich bei früherer Gelegenheit geholt hatten. Die Eltern bestanden allerdings auf getrennten Zimmern.

„Das ist doch selbstverständlich!“, sagte der Onkel sibyllinisch.

Und fuhr mit Maila an‘s Meer. Dort angekommen, fuhren die Beiden direkt an‘s Wasser. Sie gingen unmittelbar darauf tauchen und stellte fest, dass Maila dank heimlicher Übungen, die sie zuhause in der Badewanne vollführte, bei zwölf Minuten gelandet war. Und Pauline hatte sich schon gewundert, wieso sie ewig das Bad nicht verlassen wollte. Die Mutter nahm an, dass ihre Tochter das Glück der Masturbation entdeckt hatte, sowie sie selbst es dann und wann an sich erprobte. Dass aber Maila verborgene Tests mit ihrem Atem anstellte, blieb reservat.

Nach einem Essen im besten Lokal und nach heftigem Weingenuss gingen sie auf ihre Zimmer. Bruno wollte seine Angetrunkenheit ausschlafen, da stand plötzlich Maila nackt in seinem Raum. Sie sagte: „Wenn ich schon meine Jungfräulichkeit verliere, dann mit Dir.“ – Und sie kuschelte sich an ihn.

Der Rausch war mit einem Male verflogen. Dafür machte sich eine andere Art von Ekstase bemerkbar: Er wollte sie schon lange besitzen, und da kam die freundliche Einladung gerade recht. Kurz dachte er daran, wie er das ihren Eltern erklären sollte. Er war in den späten Vierzigern, abgesehen davon, dass Maila seine Nichte war – der Skandal war praktisch vorprogrammiert. Er wischte seine Bedenken in den Wind.

Bruno ging äußerst vorsichtig vor – es war schließlich Mailas erstes Mal. Dann aber explodierte sie. Sie ließ ihn kaum Luft mit ihrem jugendlichen Überschwang. Sie wollte im Anschluss daran wollte sie gleich wieder. Er hatte sich eine kurze Pause verdient, aber sie gönnte ihm diese nicht. Sie wandte Techniken an, von deren Existenz sie selbst nicht wusste, dass sie sie besaß. Sie folgte einfach dem Ruf der Natur.

In nunmehriger Bettgenosse schlief hernach tief und fest. Maila stahl sich in ihr eigenes Zimmer – von Glücksgefühl durchströmt. Nun war es endlich geschafft, dass sie Unschuld eingebüßt hatte – und das in einer durchaus angenehmen Weise. Sie hatte von ihren Schulkolleginnen erfahren, dass das nicht immer so war.

Nach dem Frühstück ging Maila voller Tatendrang schwimmen, während Bruno faul am Ufer blieb. Sie brauchte ihn nicht mehr, um die Übungen zu machen. Jetzt konzentrierte sie sich mehr auf die Tiefe – die fünf Meter unter Wasser kamen ihr direkt lächerlich vor. Sie stieß auf ungefähr zehn Meter vor. Hier herrschten andere Bedingungen als bei fünf Metern. Wie mochte es Bruno ergangen sein, unter diesen differenten Dimensionen? Sie nahm sich fest vor, dies am eigenen Leib zu testen.

Das ging aber nicht ohne die Unterstützung ihres Tauchpartners – das Gebot der Stunde lautete: Vor allem nie allein in derartige Tiefen tauchen. Sie vertraute sich völlig Bruno an, als in für sie unbekannte Gefilde vordrangen. Und er weihte sie feierlich in weiteres Geheimnis ein – dort hatten die Beiden nämlich Sex miteinander, sonst hätten sie schon längst auftauchen müssen. So glitten sie am Rande einer Ohnmacht dahin, selbstvergessen. Mailas Bikini und Brunos Badestring schwammen fort – sie achteten nicht darauf.

Sie waren, als sie wieder hochkamen, schon etwas in Richtung tiefes Meer abgetrieben worden. Sie hatten mit letzter Kraft das Ufer erreicht, wo sie erschöpft zu Boden sanken, nicht achtend ihrer Nacktheit. Es verging eine gewisse Zeit, da machte sich Maila auf die Suche nach ihren Badesachen. Sie fand das Zeug nicht weit von der Stelle ihres Tauchgangs entfernt. Die übrigen wenigen Badegäste nahmen keine Notiz von ihnen beziehungsweise ließen sie sich nichts anmerken.

Dann nahte – viel zu rasch – die Heimreise. Pauline merkte mit mütterlichen Instinkt, dass etwas anders war. Und etwas Gravierendes. Sie führte das stringent auf die stattgefundene Defloration zurück, aber sie konnte Maila nichts nachweisen – nichts ohne die peinliche Untersuchung des Dingsdas. Das wagte sie denn doch nicht. Übrig blieb der Verdacht – wenn sie allerdings das Leuchten in den Augen Mailas richtig deutete, bedurfte es dieses Beweises nicht.

Die Eltern beschlossen, vorerst nichts zu sagen. Solange Maila gut lernte und die Matura schaffte, war alles vordergründig in Ordnung – anschließend würde man weiter sehen. Rouven war zuständig, letztendlich war es auch seine Tochter. Er hatte vor, mit Bruno gelegentlich auf das Thema anzusprechen – in aller Vorsicht, denn er war von schwarzer Hautfarbe, und in einer mehrheitlich weißen Umgebung konnte leicht als umgekehrter Rassismus ausgelegt werden. Es unterblieb dann völlig, denn Rouven wollte es sich nicht ganz verscherzen – mit seiner Melkkuh, wie er den Schwager insgeheim nannte.

Lange war Ruhe. Bruno und Maila gingen nach wie vor wöchentlich in‘s Hallenbad (oder zum Wildbaden). Dabei fanden sie genug Zeit, ihrer anderen Passion nachzugehen – hier ein Quickie, dort ein langanhaltender Geschlechtsakt in seiner Wohnung, vorzüglich am Nachmittag. Sie waren zunehmend aufeinander eingespielt, sodass es ihnen ganz natürlich erscheinen musste. Maila nahm die Pille, die sie sich heimlich besorgt hatte – es drohte auch hier keine Gefahr.

Maila schaffte die Matura, sogar mit Auszeichnung. Bruno schenkte ihr zu diesem Anlass einen VW Polo – sie hatte ihren Führerschein längst gemacht, wieder auf Anraten ihres „Mentors“. Die Eltern waren nicht sehr begeistert, aber sie konnten nichts machen: Wenn jemand ihrer Tochter ein großzügiges Geschenk zueignete, wäre es vollkommen verkehrt gewesen, dies abzulehnen. Schließlich hatten sie Maila, trotz aller Bedenken, eine eigene Wohnung eingerichtet.

Und dann kam der Hammer. „Wir beide wollen heiraten und lassen uns davon nicht abbringen!“, sagten sie.

Pauline und Rouven waren wie vor den Kopf gestoßen.

Nach einer Schrecksekunde sprudelten sie Gegenargumente hervor, dass nämlich die eheliche Verbindung gar nicht erlaubt war, der Altersunterschied zu groß war und dass sich das überhaupt nicht schickte.

Die Liebenden antworteten, dass sie sich erkundigt hätten und dass eine Blutsverwandtschaft gar nicht existierte. Weiters der Altersunterschied gar nichts zu bedeuten hätte, unterlegt durch zahlreiche Beispiele. Das dritte Argument, das Wackligste, das mussten sich auch die Eltern heimlich eingestehen, zog auf keinen Fall, denn Bruno und Maila waren wild entschlossen. Außerdem war das Mädchen kürzlich volljährig geworden – Pauline und Rouven hatten nun nichts mehr in der Hand.

„Schön, dann trennen sich unsere Wege! Und die Wohnung kannst Du Dir aufzeichnen – noch ist sie in unserem Besitz, die Übertragung hat bisher nicht stattgefunden und das soll auch so bleiben, bis Du wieder zur Vernunft kommst!“

Das war zwar ein harter Schlag für Maila, denn so war sie gezwungen, sich völlig von Bruno abhängig zu machen. Aber sie wollte auch diese Hürde überspringen. Er liebte sie, und sie liebte ihn – was sollte da schon schief gehen.

Aber sie probierten es noch einmal – zur Sicherheit, wie sie ironisch anmerkten. Es war wieder die Empfindung, sich schon ewig zu kennen, und zwar sowohl auf der technischen Ebene, als auch der gefühlsmäßigen. Sie waren ganz sicher und hatten auch den Wunsch, dieses auch durch den ehelichen Schwur offiziell bekanntzugeben. Bei der Trauung war nur der Standesbeamte anwesend – Trauzeugen waren nicht erforderlich. Dann gingen sie formlos essen und Wildbaden, da Sommer war.

Dort ließen sie sich in die Tiefe gleiten. Sie hatten die Stelle bei einem aufgelassenen Schotterwerk gefunden, wo es zwanzig Meter hinabging, wo sie wiederum Sex hatten, wieder am Rande der Bewusstlosigkeit – das war umwerfend, überwältigend und atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz bevor das Koma sie ereilte, tauchten sie wieder auf, obwohl das Nirvana sie lockte. Aber der Überlebenstrieb war im Endeffekt doch stärker.

Maila begann, nach der Matura bei einer P.R.-Agentur zu arbeiten – sehr zum Mißfallen von Bruno, der das auf Grund seiner Wohlhabenheit nicht als notwendig erachtete. Zugleich spielte aber die geheime Angst des um soviel Älteren eine Rolle, dass ihm eine jugendliche Konkurrenz erwachsen könnte.

Sie behauptete anfangs glaubhaft, dass sie in festen Händen sei und dass sie ihre Ehe nicht gefährden wollte. Die potenziellen Anwärter ließen sich nicht so leicht abschütteln: Diese schokoladefarbene Schönheit, die mittlerweile völlig erblüht war, musste erobert werden. Was störte, war die Tatsache, dass sie von dem Klüngel auf ihr bloßes Aussehen reduziert wurde – das war ihr bei Bruno passiert, sodass sie gedanklich (mehr war es vorerst nicht) zu ihm zurückkehrte.

Daheim bemühte sich Maila, besonders nett zu ihrem Ehemann zu sein – und wenn ich besonders nett, dann meine ich das wörtlich. Er konnte sich jede sexuelle Freizügigkeit herausnehmen, die er sich in seinen kühnsten Träumen ausmalen konnte – jetzt, wo sie ihm angetraut war, war ihr jede Schweinerei möglich geworden. Was hätte ihr darüberhinaus die Kollegenschaft noch bieten können. Maila wollte nur Karriere machen, damit sie beruflich einigermaßen mit dem Reichtum ihres Mannes mithalten konnte – sie wollte sich, zumindest was die Arbeit betraf, etwas von ihm emanzipieren.

Gloria, ihre Chefin, kannte das gut nachvollziehen, war einst selbst dieser Situation gewesen. Wohlhabender Mann, der sein Geld mit Immobilen gemacht hatte beziehungsweise noch immer machte, wofür er einen besonderen Riecher hatte – er sah es nicht gerne, dass seine Frau einer Berufstätigkeit nachging, so als könnte er sie nicht erhalten. Sie hatte sich aber am Ende durchgebissen, ihre eigene P.R.-Agentur gegründet, die sie mit ziemlichen Erfolg führte. Gloria hatte auf Grund dieser Umstände ein besonderes Augenmerk auf Maila und da sich der Schützling gelehrig erwies, hatte sie bald ihre eigene Kampagne bei einer kleinen Firma.

Ihr Mann gönnte ihr prinzipiell die Anerkennung, die Maila auf diese Weise erfuhr. Aber wo blieben die wöchentlichen Übungen im Hallenbad oder im Freien an ihrer bewussten Stelle – dafür blieb nahezu keine Zeit mehr. Maila versuchte das auszugleichen, indem sie nachts bedingungslos zur Verfügung stand, auch wenn Bruno ihr den Schlaf raubte. Ihre bevorzugte Position war es neuerdings, dass Maila die Luft anhielt, wieder in ausgeatmeten Zustand, bis sie der Ohnmacht nahe war – aber sie gab nicht auf. Sie stellte sich vor, welche sexuellen Erfahrungen sie bis dato gemacht hatte, und versuchte sie nochmals zu durchleben. Das verlängerte die Dauer der Anspannungsphase noch erheblich.

Bruno ging am Morgen entspannt schlafen, während Maila, noch aufgewühlt, in die Arbeit marschierte. Sie ließ sich allerdings nichts anmerken – so dachte sie. Die Umgebung verstand sofort ihre Emotion – diese war ihr sozusagen in‘s Gesicht geschrieben. Aber wenn sie‘s überlegte, störte sie das nicht. Was musste das für ein toller Hecht sein, ihr Mann. Von Stund‘ an, wollten die Kollegen Mailas sich mit ihm eher nicht anlegen.

Apropos kleine Firma: Auch in diesem Unternehmen gab es Kerle (in diesem Fall nur Männer), die sich an Maila heranmachen wollten, aber da hatten sie nicht mit Gloria gerechnet. Diese sagte in einer Startbesprechung, die gleich zu Beginn der Partnerschaft abgehalten wurde: „Hände weg von meiner Mitarbeiterin, meine Herren, für deren private Bedürfnisse bin ich zuständig – und wenn sie noch so knusprig erscheinen mag!“

Damit insinuierte sie indirekt, dass ein lesbisches Verhältnis vorlag, und die Burschen sollten in Ruhe lassen, was sie auch glatt befolgten. Ein heimliche Aussprache zwischen Gloria und Bruno steckte dahinter, in der dies vereinbart hatten: „Wir wollen Maila nicht überfordern!“ – „Ganz meine Meinung!“, erwiderte deren Chefin.

So radikal wollte Maila das Verhältnis zu ihren Auftraggebern an sich nicht anlegen, aber es war nun einmal passiert – wer weiß, wozu es gut war. Sie störte die Art des Deals – sie hatte rein zufällig davon erfahren. Sie wollte ihre Kontakte noch immer selbst knüpfen. Dass das nur unzulänglich war, das war nur Brunos Schuld – er hatte sie noch als Baby kennengelernt, und deshalb fiel er gelegentlich in die Vaterrolle zurück. Egal was sie Beide seither erlebt hatten – und was beileibe nicht immer jugendfrei war.

Maila ging ihrer beruflichen Tätigkeit unter den gemachten Umständen nicht ganz problemlos nach. Sie versuchte so normal wie möglich an die Sache heranzugehen – und es gelang mittlerweile ganz gut.

„Gezielte Unternehmenskommunikation – in Form von externer wie auch interner Kommunikation – ist unverzichtbar -“, dozierte die angehende Trainerin – dann aber musste sie an die Erfahrungen der Nacht denken, wodurch sie kurz in‘s Stottern kam, „- um das eigene Image mit gewünschten und positiven Werten aufzuladen. Ob strategische Kommunikationsberatung, Presse- und Medienarbeit, Content Marketing oder Public Relations betroffen sind, wir bieten alles an. Wir bedienen uns zahlreicher bewährter und innovativer Tools und entwickeln die passende Kommunikationsstrategie für Ihr Unternehmen.“

„Zur Sache, Schätzchen!“ – Nachdem die Teilnehmer bei ihr nicht landen konnten, gingen rüde mit ihr um. Gloria verdrehte die Augen, ob Mailas unbeholfenen Reaktion. Dann nahm sie sich selbst bei der Nase. Zumindest einen Teil der Verantwortung für die entstandene Situation hatte sie sich selbst zuzuschreiben – sie hätte nicht derartigen Vehemenz hineingehen müssen. Sie verabschiedete abrupt.

Maila nutzte die Abwesenheit ihrer Chefin weidlich aus, indem sie erklärte, nicht so strikt zu sein, wie Gloria angekündigt hatte. Ja, würde sich mit allen von ihnen ein Gespräch führen. Und sie verhieß, dass es mehr werden könnte, als ein bloßes Gespräch, mit dem Einen oder Anderen von ihnen – ohne dass die Verheißung je Wirklichkeit geworden wäre. Die Männer hingen an ihren Lippen, auch wenn es sich um eine trockene Materie handelte

„Als Experten und Expertinnen für Krisenkommunikation wissen wir, dass wirksame Vorbereitung und Bewältigung von Krisen nur gelingt, wenn Kommunikation und Krisenmanagement Hand in Hand gehen. Deshalb verbinden wir unsere Kommunikations-Expertise mit professionellem Krisen- und Notfallmanagement und bieten dieses integrierte Leistungspaket an. Gemeinsam sind wir darauf ausgerichtet, Ihr Unternehmen nicht nur vor Krisen zu schützen und Sie in Krisen zu begleiten, sondern es auch gestärkt aus jeder Herausforderung hervorgehen zu lassen. Sie profitieren von der Synchronisation und Abstimmung von Krisenmanagement und Krisenkommunikation.“

Zufrieden blickte Maila auf ihren ersten Arbeitstag zurück. Bruno ließ sie momentan in Ruhe – er saß gemütlich vor dem Fernseher. Seine Frau (zugleich seine angeheiratete Nichte) schlief umgehend ein.

Dann aber funkte zwischen ihr und einem Zuhörer urplötzlich – sein Name war Perceval. Allein die Vokabel faszinierte sie – was war dagegen das schlichte „Bruno“? Er war das genaue Gegenteil zu allem, was Bruno ausmachte – er war nicht reich und er hatte (obwohl wesentlich jünger) nicht seinen durchtrainierten Körper. Er war beleibt und er hatte einen vollständig anderen Musikgeschmack – statt wie bei ihrem Mann Jazzhits alpenländisches Gedudel. Und – was das Wichtigste war – er verabscheute jegliche Form von Wasser, außer bei seiner Dusche.

Sie schreckte auf – das ging denn doch zu weit. Maila hatte einen Albtraum gehabt. In Wirklichkeit würde sie niemals Bruno für irgendeinen Perceval oder irgendeiner Figur aus dem Terrarium der Männerwelt verlassen. Dafür liebte sie ihn zu sehr, auch wenn er seine Fantasien mit der Apnoe mit ihr auslebte – sie liebte ihn noch mehr, wenn er ruhig dabeisaß, wenn sie ihre Übungen mit anschließendem Orgasmus, wo sie sich völlig verausgabte – quasi eine Neuentdeckung, wo er nur als Zuschauer unterwegs war. Um sich dann, wenn sie erschöpft war, in das Geschehen einzuklinken – das ging ganz schnell. Und da bekam sie das Wenige an Schlaf ab, wenn sie wohlig hingestreckt sich an ihn kuschelte.

Wie gewohnt, ging Maila dann zur Arbeit, während sich Bruno dem Dolce-far-niente hingab. Bei der morgenendlichen Besprechung, die einmal in Monat in voller Besetzung stattfand, unterdrückte ein leises Gähnen, aber das fiel ihrer Chefin nicht auf. Es war Maila erster Auftritt in dieser Runde, und fiel ihr auf, dass die Belegschaft durchwegs aus Damen bestand, denen Gloria eine Chance geben wollte.

Hier standen also, von Seiten der Belegschaft, Frauen versus, von Seiten der Kundschaft (mehrheitlich noch immer), Männer: Eine interessante Kombination. Das barg einen gewissen Zündstoff in sich – hier zeigte sich, dass Frauen nach wie vor von den Männern in der Regel nicht als gleichberechtigt empfunden wurden. Da konnten noch so sehr anstrengen, und Gloria bei ihren Schützlingen auf ein gepflegtes Äußeres Wert gelegt

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